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Forderungen

Forderungen

der Bildenden Künstlerinnen und Künstler
für ein Berliner kulturpolitisches Sofortprogramm

  1. Rahmenvereinbarung für Freie Träger
    Die bildenden Künstlerinnen und Künstler arbeiten zumeist in prekären Arbeitsverhältnissen, ob in Schulen, bei Galerien, in Projekten. Oftmals werden diese staatlich gefördert. Deshalb treten wir ein, für feste Honorarsätze bzw. einen Tarifvertrag.
    Wir sind der Auffassung, dass eine Rahmenvereinbarung des Senats für Kultureinrichtungen des Landes Berlin notwendig ist mit dem Ziel, auf der Basis des TV-L einen Branchentarifvertrag zu vereinbaren, der für alle Freien Träger verbindlich ist, mit weitreichenden Kontroll- und Sanktionsmöglichkeiten durch den Senat. Die Rahmenvereinbarung muss auch Regelungen für befristete- und Honorartätigkeiten umfassen.

  2. Tarifvertrag für arbeitnehmerähnliche Künstlerinnen und Künstler in Berlin
    Die Fachgruppe Bildende Kunst fordert Verhandlungen über einen Tarifvertrag mit den zuständigen Senatsverwaltungen für alle an Schulen, Universitäten und öffentlichen Einrichtungen tätigen Bildende Künstlerinnen und Künstler.

  3. Ateliersofortprogramm: Arbeitsräume als Voraussetzung künstlerischer Arbeit für alle Berliner Bildenden Künstlerinnen und Künstler sichern
    Die »Acht-Jahre-Regelung« muss abgeschafft werden Die bisherige Regelung, dass Künstlerinnen und Künstler, die seit 2007 ein gefördertes Atelier mieten, nur auf einmal acht Jahre begrenzt ein gefördertes Atelier des Atelierprogramms anmieten können, beseitigt nicht den Mangel an Räumen, sondern schichtet das Problem nur um.
    In Kooperation mit städtischen Gesellschaften, Genossenschaften und privaten Eigentümerinnen/Eigentümern müssen beschleunigt – bis 2020 – mindestens 800 Ateliers in naher Zukunft geschaffen werden. 1,5 Millionen Euro müssen sofort für die Anmietung von Ateliers zur Verfügung gestellt werden.

  4. Kunsthalle für Berliner Kunst
    Was Berlin nicht braucht, sind noch mehr Orte, die den Verwertungsstrategien von sogenannten »Kunstinvestoren« unterworfen sind.
    Was Berlin braucht, ist eine Kunsthalle des Dialogs, der Freiheit der Kunst verpflichtet, also eine unabhängige, pluralistisch ausgerichtete und demokratisch organisierte Kunsthalle.

  5. Messe-Förderungsprogramme
    Die bisherigen Messe-Förderungsprogramme von Galeristen für Galeristen muss für Berliner Künstlerinnen und Künstler geöffnet werden.

  6. »Messe der Berliner Künstlerinnen und Künstler«
    Die erste und einfachste Form wirtschaftspolitischer Instrumente ist die Ausrichtung einer »Messe der Berliner Künstlerinnen und Künstler«. Eine solche Messe wäre ein politisches Signal, das einen Kurswechsel in der Wirtschafts- und Kulturpolitik Berlins signalisieren würde. Eine solche Messe würde die Tradition der Freien Berliner Kunstausstellung fortsetzen, die 1970 gegründet und 1994 aufgelöst wurde.

  7. Freier Eintritt
    in alle Berliner Museen für die gesamte Bevölkerung.

  8. Ausweitung der Ausstellungshonorare
    für alle öffentliche Einrichtungen

  9. Die Entwicklung eines Einkaufsetats
    für Neuanschaffungen für die Berliner Museen.

Beschluss der Fachgruppe Bildende Kunst vom 30. Januar 2019

Kulturpolitische Forderungen

Fachgruppe Bildende Kunst der ver.di Berlin/Brandenburg
Foto/Grafik: ver.di

Die Forderungen der Fachgruppe Bildende Kunst Berlin/Brandenburg können als pdf-Datei hier geladen werden: