Berlin/Brandenburg

Bildende Kunst in Zeiten der Krise

Bildende Kunst in Zeiten der Krise

Stellungnahme zur Lage der Bildenden Kunst in Berlin

Vorwort

Die Fachgruppe Bildende Kunst in der ver.di im Landesbezirk Berlin Brandenburg hat in den vergangenen drei Jahren Gespräche mit den wirtschafts- und kulturpolitischen Sprechern aller Abgeordnetenhausfraktionen geführt und ihre Analysen und Vorschläge vorgestellt.

Die Tatsache, dass die Bildende Kunst unter wirtschaftlichen und kulturpolitischen Fragestellungen diskutiert wurde, erwies sich nicht nur als ein Novum. Die Gespräche dienten der gegenseitigen Verständigung. Das verband sich für die Fachgruppe Bildende Kunst in der ver.di mit der Hoffnung, dass aus dieser Diskussion praktische Konsequenzen folgen werden.

Das Echo war insofern positiv, als man uns nicht nur anhörte, sondern unsere Vorschläge und Initiativen durchweg von allen Fraktionen begrüßt wurden. Einige Vorschläge wurden von Fraktionen in Form von Initiativen, Anfragen usw. eingebracht. Aber zur Bilanz gehört auch festzustellen, dass sich in dieser Zeit die Situation für die Künstlerinnen und Künstler verschlechtert hat. Auch ein wirklicher Wandel in der Politik hat sich nicht feststellen lassen.

Ausgangspunkt war die Anhörung des Wirtschaftsausschusses im Jahre 2007 zur Lage der Bildenden Kunst. Schon damals wurde der Widerspruch zwischen dem Boom auf dem Kunstmarkt einerseits und der prekären Lage der Künstler und Künstlerinnen andererseits deutlich. Wir haben schon damals festgehalten, dass das Handeln des Landes aber auch der Bezirke diesen Widerspruch verschärft, anstatt ihm entgegenzutreten.

»Kunst ohne Künstler« – also die Förderung von institutionellen Vertretern der Kunst (wie Museen, Galeristen usw.) und die gleichzeitige »Nicht«-Förderung der Künstler scheinen die Wirtschaftspolitik Berlins zu prägen. Klaus Brennecke vom Landesverband der Berliner Galerien hat diese Orientierung ausdrücklich sogar eingefordert (Wortprotokoll WitechFrau 16/9; S.4 und S.19). Staatssekretär Volkmar Strauch hat es auch ausformuliert: »Wir fördern indirekt den Käufer, den Vermittler, den Händler, die Galerie, weil der Künstler selbst viel schwieriger zu fördern ist« (Wortprotokoll WitechFrau 16/9; S. 20). Dass damit die große Mehrheit der bildenden Künstlerinnen und Künstler von einer Förderung ausgeschlossen wird, wird entweder nicht registriert oder billigend in Kauf genommen.

Unbestritten war in der Diskussion im Wirtschaftsausschuss, dass Berlin in den letzten Jahren zu einer internationalen Metropole der Bildenden Kunst aufgestiegen ist. Diesen Ruf wird Berlin ganz schnell verlieren, wenn es nicht mit dem Ziel investiert, die bildenden Künstler und Künstlerinnen in Berlin selbst zu fördern.

     Gotthard Krupp

Inhalt

  1. Für die Freiheit der Kunst als eine »Suche ohne Ziel«
      
  2. Kunstmarkt & Spekulation in Zeiten der Krise
      
  3. Ein Ruf lässt sich schnell verlieren: Zur Situation der Bildenden Kunst in Berlin
      
  4. Aktionsprogramm für die Bildende Kunst in Berlin

Broschüre

FG Bildende Kunst der ver.di Berlin/Brandenburg
© ver.di

Die Broschüre

»Bildende Kunst in Zeiten der Krise«
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