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Kultur bedeutet auch Veränderung

Kultur bedeutet auch Veränderung

Auf dem 4. ver.di-Bundeskongress 20.-27. September 2015 in Leipzig sprach in der Diskussion zum Geschäftsbericht auch Kollege Lorenz Mueller-Morenius, Vorsitzender der Fachgruppe Bildende Kunst der ver.di.

Im Zusammenhang mit den ver.di-Streikaktivitäten in diesem und in den vergangenen Jahren führte er aus:

Vorsitzender der Fachgruppe Bildende Kunst der ver.di Ch. von Polentz / transitfoto Lorenz Mueller-Morenius


Liebe Kolleginnen und Kollegen!

Am Montag haben in Leipzig Menschen demonstriert, die gesagt haben: Wir müssen die abendländische Kultur verteidigen. Ich muss dieser Gruppe eine sehr traurige Nachricht übermitteln: Es gibt keine abendländische Kultur. (Beifall)

Kultur ist kein statischer Begriff. Kultur hat Dynamik. Kultur ist immer zusammen mit Menschen entstanden und entwickelt sich, (Beifall) und an dieser Kultur sind alle beteiligt. Sie bringen ein, was sie erfahren haben, was sie erlebt haben, was sie nicht mehr wollen und was sie sich wünschen. Sie bringen ihre Visionen, ihre Ziele und ihre Vorhaben für die Zukunft ein.

Kultur bedeutet auch Veränderung.

Als man den Kölner Dom baute, haben die Menschen gedacht, das irdische Leben hat keine Zukunft, wir konzentrieren uns auf das Leben nach dem Tode. Die haben praktisch den Eingang ins Paradies gebaut. Wir sind inzwischen weiter. Wir sagen: Auch in diesem Leben muss es sich lohnen zu leben. Auch in diesem Leben muss man zufrieden sein können, vielleicht sogar glücklich. Unser Kölner Dom ist eine Gewerkschaft. Die ist meiner Ansicht nach genauso stark und genauso mächtig, und sie ist genauso entwicklungsfähig. Jeder Streik ist eine kulturelle Entwicklung; denn er zielt auf den kulturellen Wert Gerechtigkeit. Das ist ein Beispiel dafür, wie man Kultur definieren muss.

Deshalb, Kolleginnen und Kollegen, lasst uns weitermachen. Wir sind die Betroffenen. Wir sind die Mehrheit. Wir sind ver.di. Wir werden es durchdrücken. – Danke schön. (Beifall)

aus: Tagungsprotokoll 4. ver.di-Bundeskongress,
22. September 2015, Seite 49

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