Ausstellungshonorar

Ausstellungshonorar | Ausstellungsvergütung

Ausstellungshonorar | Ausstellungsvergütung

Es werden folgende Fragen behandelt:

  • Warum fordern wir Ausstellungshonorare?
  • Warum fordern wir, eine Ausstellungsvergütung im Urheberrecht zu verankern?
  • Unterschied zwischen Ausstellungshonorar und Ausstellungsvergütung
  • Warum muss das Urheberrechtsgesetz geändert werden?
  • Wie soll das Urheberrechtsgesetz geändert werden?
  • Ausnahmeregelungen
  • Was fordern wir vom Gesetzgeber?
  • Was fordern wir von der Verwertungsgesellschaft?
  • Sind sich die Verbände der Künstlerinnen/Künstler einig?
  • Ist im Ausstellungshonorar nicht schon eine Ausstellungsvergütung enthalten und abgegolten?
  • Wie hoch ist ein Ausstellungshonorar, wie wird es berechnet?
  • Wie hoch ist die Ausstellungsvergütung, wie wird sie berechnet?
  • Wird es weniger Ausstellungsmöglichkeiten geben, wenn eine Ausstellungsvergütung bezahlt werden muss?
  • Wird eine Ausstellungsvergütung auch für Arbeiten fällig, die sich nicht mehr im Eigentum des Künstlers befinden?
  • Was, wenn eine Institution Kunst kauft, um damit eine Dauerausstellung zu begründen?
  • Wenn es eine Ausstellungsvergütung gibt – können KünstlerInnen dann noch das Ausstellungshonorar selber verhandeln?
  • Werden Aussteller nicht das Ausstellungshonorar verweigern, wenn sie eine Ausstellungsgebühr bezahlen müssen?
  • Werden KünstlerInnen benachteiligt, wenn sie nicht Mitglied der Verwertungsgesellschaft sind?
  • Werden wegen der Ausstellungsvergütung junge/unbekannte KünstlerInnen weniger Chancen auf Ausstellungen haben?
  • Werden KünstlerInnen enteignet, wenn sie ihren Anspruch auf Ausstellungsvergütung nicht persönlich wahrnehmen können?
  • Ist die Ausstellungsvergütung Grundgesetzwidrig?
  • Werden KünstlerInnen vom Ausstellungshonorar oder der Ausstellungsvergütung leben können?

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Im Rundbrief 19 (als pdf-Datei eingestellt) vom 1. Dezember 2003 an alle Mitglieder der Fachgruppe sind unsere Forderungen und der aktuelle Stand der Diskussion erläutert.

  • Warum fordern wir Ausstellungshonorare?

    Warum fordern wir Ausstellungshonorare?

    Viele verdienen mit Kunstausstellungen Geld: Ausstellungsmacher, Gestalter, Museumswächter, Reinigungspersonal, Kurator, Direktorin... nur die Künstlerinnen und Künstler sollen ihre Werke unentgeltlich zur Verfügung stellen.

    Die Nutzung der Arbeitsergebnisse der Künstlerinnen/Künstler muss wie die Nutzung jeder anderer Arbeit honoriert/bezahlt werden.

  • Ausstellungsvergütung im Urheberrecht verankern?

    Warum fordern wir,
    eine Ausstellungsvergütung im Urheberrecht zu verankern?

    Die Nutzung des Ausstellungsrechts soll und muss wie die Nutzung anderer Verwertungsrechte angemessen vergütet werden. Das ist aber nicht möglich, da das Ausstellungsrecht, wie es zur Zeit noch im Urheberrechtsgesetz verankert ist, nach der Erstveröffentlichung verfällt – und damit auch ein Vergütungsanspruch.

  • Ausstellungshonorar? Ausstellungsvergütung?

    Unterschied zwischen Ausstellungshonorar und Ausstellungsvergütung

    Siehe auf der speziellen Internetseite dazu [LINK].

  • Warum muss das Urheberrechtsgesetz geändert werden?

    Warum muss das Urheberrechtsgesetz geändert werden?

    Künstlerinnen und Künstler sitzen am »kürzeren Hebelarm« des Kunstmarktes – sie sind auf Ausstellungen angewiesen, die Verwerter/Ausstellungsmacher diktieren die Bedingungen... und die Künstlerinnen/Künstler werden vertröstet: Die enorme öffentliche Wirkung einer Ausstellung bringe mehr Reputation und Vermarktungschancen, als ein »schnödes Honorar« einbringen würde...

    Das Ausstellungshonorar kann zur Zeit nur für Werke verhandelt werden, die sich noch im Eigentum der/des Künstlerin/Künstlers befinden oder für die sie/er sich das Ausstellungsrecht vorbehalten hat.
    Nur wenn im Urhebergesetz das Ausstellungsrecht auch auf die veröffentlichten Werke erweitert wird, kann die/der Künstlerin/Künstler ihren/seinen Anspruch auf angemessene Vergütung für die Nutzung ihrer/seiner Werke in einer vertraglich vereinbarten Ausstellung auch durchsetzen.

  • Wie soll das Urheberrechtsgesetz geändert werden?

    Wie soll das Urheberrechtsgesetz geändert werden?

    • Ziel der Gesetzesänderung

      Das Ziel der Gesetzesänderung soll sein, die Existenzbedingungen von bildenden Künstlerinnen und Künstlern zu verbessern.
      Künstlerinnen/Künstler sollen den Nutzen habenDie Erträge aus der Ausstellungsvergütung sollen vor allem den ausstellenden Künstlerinnen/Künstlern, nicht einer allgemeinen Kunst- oder Kulturförderung zugute kommen.
       

    • Ausstellungsrecht

      Die bisher unzulänglich ausgestatteten Rechte der bildenden Künstlerinnen/Künstler werden durch einen gesetzlichen Anspruch auf eine Ausstellungsvergütung erweitert: Das Ausstellungsrecht soll auch für bereits veröffentlichte Werke gelten.
       

    • Unverzichtbarkeit

      Auf den Vergütungsanspruch kann von der/dem Künstlerin/Künstler nicht verzichtet werden (der Vergütungsanspruch ist unverzichtbar).
       

    • Abtretbarkeit – nur an eine Verwertungsgesellschaft

      Der Vergütungsanspruch kann von der/dem Künstlerin/Künstler im Voraus nur an eine Verwertungsgesellschaft abgetreten werden.
       

    • Geltendmachung – nur durch eine Verwertungsgesellschaft

      Der Vergütungsanspruch kann nur durch eine Verwertungsgesellschaft geltend gemacht werden.

  • Ausnahmeregelungen

    Ausnahmeregelungen gelten nur für professionelle Verwerter (Kunsthandel).

  • Was fordern wir vom Gesetzgeber?

    Im Gesetz soll an geeigneter Stelle folgende Aussage berücksichtigt werden

    • »Aus anderweitigem Rechtsgrund abgeleitete Ansprüche der Künstlerinnen/Künstler bleiben unberührt«.

    In der Gesetzesbegründung soll berücksichtigt werden

    • Die Nutzung von Werken der bildenden Kunst im Rahmen von Ausstellungen erfolgt derzeit im Regelfall, ohne dass der/dem Künstlerin/Künstler hierfür eine angemessene Vergütung bezahlt wird. Das bedeutet eine durch nichts zu rechtfertigende Benachteiligung der Sparte Bildende Kunst im Urheberrecht, weil so die intensivste Nutzung der Werke, die unmittelbare Wahrnehmung, nicht zu einer Vergütung führt. Dem soll der Gesetzentwurf Rechnung tragen, indem er einen Vergütungsan-spruch für die Nutzung des Ausstellungsrechts vorsieht.
    • Der Entwurf sieht keine Sonderregelung vor für Werke, die sich noch im Eigentum oder im Besitz des Urhebers befinden. In diesem Fall kommt zwar auch der gesetzliche Vergütungsanspruch zum tragen, daneben sind aber auch zusätzliche Leistungen des Urhebers im Spiel, wie die Überlassung von Eigentum oder Besitz und möglicherweise die Vorbereitung der oder Mitwirkung an der Ausstellung. Diese Leistungen sind mit dem vom Entwurf vorgesehenen Vergütungsanspruch nicht abgegolten.
  • Was fordern wir von der Verwertungsgesellschaft?

    •  Flächendeckende Gültigkeit sichern
      Die Ausstellungsvergütung wird von der Verwertungsgesellschaft überall (flächendeckend) eingefordert.
    • Stiftung Sozialwerk stärken
      Ein Teil der Ausstellungsvergütung (bis zu 15 Prozent) soll genutzt werden, den Sozialfonds der Verwertungsgesellschaft aufzustocken, von dem auch diejenigen Künstlerinnen/Künstler in sozialen Notfällen Unterstützung erhalten, die nicht Mitglied der VG Bild-Kunst sind.
       

    • Kappungsgrenze für den Vergütungsanspruch einführen

      Wir empfehlen, für die Verteilung der Ausstellungsvergütung eine »Kappungsgrenze« einzuführen; daraus resultierende Erträge kommen Künstlerinnen/Künstlern mit geringen Erträgen aus der Ausstellungsvergütung und dem Sozialfonds der VG Bild-Kunst zugute.
       

    • Tariffindung

      Bei der Festlegung der Tarife der Verwertungsgesellschaft für die Ausstellungsvergütung wird die Fachgruppe Bildende Kunst gleichermaßen wie die anderen Verbände von Künstlerinnen/Künstlern beteiligt.

  • Sind sich die Verbände der Künstlerinnen/Künstler einig?

    Ja, in allen wesentlichen Punkten. Diese Einigkeit der ver.di-Fachgruppe Bildende Kunst mit dem Deutschen Künstlerbund und dem BBK-Bundesverband ist auch notwendig, um einer Gesetzesänderung eine Chance zu geben.

    Die Verbände bevorzugen eine Regelung mit so wenig wie möglich Ausnahmen: Nur der professionelle Kunsthandel und seine Galerien sollten, da ihre Aufgabe die Vermarktung der Künstlerinnen/Künstler und der Verkauf ihrer Werke ist, ausgenommen werden.

  • Ist im Ausstellungshonorar die -vergütung enthalten?

    Ist im Ausstellungshonorar nicht schon eine Ausstellungsvergütung enthalten und abgegolten?

    Ja, aber nur so lange, bis eine Ausstellungsvergütung als Rechtsanspruch festgeschrieben ist. Zur Zeit gibt es dieses Recht noch nicht.
    Daher ist heute im Ausstellungshonorar, das nur in direkter Verhandlung zwischen Künstlerin/Künstler und Aussteller zu erstreiten ist, sowohl die Nutzung des Ausstellungsrechts (Ausstellungsvergütung) als auch die Honorierung der Leistungen von Künstlerinnen/Künstler enthalten, die sie für die Schaffung der Werke erbracht haben.

    Leider verhandeln nur wenige Künstlerinnen/Künstler und haben entsprechendes Selbstbewusstsein..., leider sitzen aber auch die Verwerter/Aussteller in der Regel am längeren Hebelarm...
    Wenn die Ausstellungsvergütung, die Vergütung für die Nutzung des Ausstellungsrechts, gesetzlich verankert ist, muss sie aus den gegenwärtigen Tabellen mit Vorschlägen für ein zu verhandelndes Ausstellungshonorar herausgerechnet werden, in der sie gegenwärtig mit enthalten ist.

  • Wie hoch ist ein Ausstellungshonorar? Berechnung?

    Wie hoch ist ein Ausstellungshonorar, wie wird es berechnet?

    Was die Höhe des Ausstellungshonorars angeht, verweisen wir auf unsere Tabelle, die als Empfehlung auch hier als pdf-Datei veröffentlicht ist.

    Das Ausstellungshonorar wird durch Multiplikation eines Grundwertes mit drei Faktoren ermittelt.

    • Der Grundwert

      errechnet sich aus dem Versicherungswert der auszustellenden Werke und wurde mit einer »Kappungsgrenze« versehen, um soziale Unverträglichkeit zu vermeiden.
       

    • Die drei Faktoren

      mit denen Summe dieser Grundwert multipliziert wird, ergeben sich aus der Dauer der Ausstellung (Faktor Zeit), der Größe des Einzugsgebietes (Faktor Region) sowie aus der wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Veranstalters (Faktor Veranstalter).

  • Wie hoch ist die Ausstellungsvergütung? Berechnung?

    Wie hoch ist die Ausstellungsvergütung, wie wird sie berechnet?

    Da darüber mit der Verwertungsgesellschaft noch keine Verhandlungen geführt wurden, kann noch nichts Konkretes zur Höhe der Ausstellungsvergütung gesagt werden.

    Sicher wird die Höhe der Ausstellungsvergütung, da sie nur auf die Nutzung eines einzelnen Rechts (des Ausstellungsrechts) bezogen ist, auch nur einen Bruchteil der Höhe des heute empfohlenen Ausstellungshonorars ausmachen. Aber sie ist von allen Veranstaltern zu bezahlen, sie können sich mit Versprechungen auf mögliche Popularitätssteigerungen für die/den Künstlerin/Künstler oder Wertsteigerungen für ihre Werke durch die Ausstellung nicht mehr davor drücken oder die Ausstellungsvergütung gar verweigern mit dem Hinweis, dass man dann eben Künstlerinnen/Künstler ausstellen wird, die die Vergütung nicht fordern – und damit kommen insgesamt sicher nicht unbedeutende Beträge zusammen, die dann an die Mitglieder der Verwertungsgesellschaft und in ihren Sozialfonds ausgeschüttet werden können.

    Für die Höhe der Ausstellungsvergütung könnte man zur Zeit sagen: Es gibt bereits bei anderen Verwertungsrechten, die die Verwertungsgesellschaft für die Künstlerinnen/Künstler pauschal und exklusiv wahrnimmt, Modelle, die durchaus auf die Berechnung einer Ausstellungsvergütung übertragen werden können (Kopierabgabe, Folgerecht u.a.).

  • Wird es weniger Ausstellungsmöglichkeiten geben ...

    ... wenn eine Ausstellungsvergütung bezahlt werden muss?  

    Nein, denn die Höhe der Ausstellungsvergütung hält sich in Grenzen.

    Eine andere und viel wichtigere Frage ist: Was muss sich in diesem Land bei der Kulturfinanzierung ändern? Werden die Kommunen, Gemeinden, Städte durch eine bessere Gemeindefinanzierung oder durch eine wirksame Steuerreform in die Lage versetzt, wieder mehr Geld für Kultur und ihre Kultur- und Ausstellungsinstitutionen auszugeben anstatt immer mehr an ihnen zu sparen?...
    Die privaten Veranstalter werden sicher Möglichkeiten finden, eine Ausstellungsvergütung einzuplanen – sie sind es auch, mit denen bislang am erfolgreichsten ein Ausstellungshonorar verhandelt werden kann... Für sie ist es in der Regel selbstverständlich, dass Leistung honoriert wird.
    Und warum soll sich eine Institution, ein Betrieb, eine Kanzlei unentgeltlich mit den Werken von Künstlerinnen/Künstlern schmücken – unentgeltlich sich als Kunstförderer darstellen können?...

    Kunst hat einen Wert und ist etwas wert.
    Die mit ihr verbundene Arbeit soll und muss so wie jede andere Arbeit bezahlt werden.

  • Was ist mit Werken, die nicht Eigentum des Künstlers?

    Wird eine Ausstellungsvergütung auch für Arbeiten fällig, die sich nicht mehr im Eigentum des Künstlers befinden?  

    Ja, die Ausstellungsvergütung, also die Vergütung für die Nutzung des Ausstellungsrechts, soll auch dann erhoben werden, wenn die Arbeiten nicht von der / von dem Künstlerin/Künstler aus ihrem/seinem Eigentum zur Verfügung gestellt wird.

    Die Verwertungsgesellschaft wird mit allen Veranstaltern, mit denen sie Verträge geschlossen hat (das werden in der Regel die großen Aussteller [Kunstvereine, Museen] sein), die Ausstellungsvergütung einziehen und an die Künstler, die in der Verwertungsgesellschaft Mitglied sind, ausschütten; Ausstellungen bei anderen Veranstaltern können von der/dem Künstlerin/Künstler der Verwertungsgesellschaft gemeldet werden, die dann im konkreten Einzelfall tätig werden muss.

  • Wenn eine Kommune Kunst für Dauerausstellung kauft?

    Was, wenn eine Institution Kunst kauft, um damit eine Dauerausstellung zu begründen?  

    • (Beispiel: Die Kommune kauft eine Arbeit an und hängt diese als "Dauerausstellung" ins Rathaus?) Die Gleiche Frage gilt auch für "Kunst am Bau" und "Kunst im Öffentlichen Raum" – ist letzteres nicht eine dauerhafte Skulpturenausstellung?

    Wenn die Kommune in ihrem Rathaus Ausstellungen veranstaltet – dann ist auch eine Ausstellungsvergütung zu bezahlen und die/der Künstlerin/Künstler sollte ein Ausstellungshonorar verhandeln.

    Werke, die der Öffentlichkeit im Rahmen von »Kunst am Bau« o.ä. zugänglich gemacht werden, sind in der Regel nicht Bestandteil einer Ausstellung – sie werden ja auch entsprechend angemessen honoriert.
    Gleiches gilt für die ständige Präsentation von angekauften Arbeiten in öffentlich zugänglichen Räumen – vorausgesetzt, dass auch ein angemessener »Kaufpreis« geflossen ist.

  • Ausstellungsvergütung und -honorar gleichzeitig?

    Wenn es eine Ausstellungsvergütung gibt – können KünstlerInnen dann noch das Ausstellungshonorar selber verhandeln?  

    Selbstverständlich – so wie bereits heute können sie für Ausstellungen von Werken, die sich noch in ihrem Eigentum befinden und über die sie also allein verfügen, ein Honorar verhandeln.

    Für Werke, die sich nicht mehr in ihrem Eigentum und somit unter ihrem Einfluss befinden, haben sie heute keine Möglichkeiten, bei deren Ausstellung ein Honorar zu verlangen (es sei denn, sie haben sich beim Verkauf der Werke das Ausstellungsrecht vorbehalten und sie haben die Möglichkeit, die Ausstellungen dieser Werke nachzuvollziehen) – nach einer Gesetzesänderung zieht für solche Ausstellungen die Verwertungsgesellschaft eine Ausstellungsvergütung ein und ein angemessenes Ausstellungshonorar ist bei einer vertraglich vereinbarten Ausstellung zu verhandeln.

  • Honorar verweigern, wenn schon Vergütung gezahlt?

    Werden Aussteller nicht das Ausstellungshonorar verweigern, wenn sie eine Ausstellungsgebühr bezahlen müssen?  

    Nein – denn die/der Künstlerin/Künstler bestimmt allein, wem sie/er die Werke, die sich in ihrem/seinem Eigentum befinden, für eine Ausstellung zur Verfügung stellt. Und kann also eigentlich das Honorar fordern und bestimmen – wenn sie/er denn selbstbewusst und professionell handelt.
    Aber natürlich wird es etwas schwerer für die/den Künstler, das Ausstellungshonorar zu verhandeln und durchzusetzen, wenn der Veranstalter bereits eine Ausstellungsvergütung an die Verwertungsgesellschaft abführen muss.

    Um so wichtiger ist es, dass Künstlerinnen/Künstler Ausstellungshonorar fordern, dass sie solidarische Unterstützung von ihren Kolleginnen/Kollegen erhalten, dass ihnen »Handwerkszeug« z.B. in Form von Musterverträgen und AGB zur Verfügung stehen, dass sie sich professionalisieren...

    Ausstellungshonorare müssen üblich werden – die Arbeit einer/eines Künstlerin/Künstlers muss angemessen bezahlt werden. Und das gilt heute bereits.

  • Benachteiligung, wenn nicht Mitglied in der VG?

    Werden Künstlernnen/Künstler benachteiligt,
    wenn sie nicht Mitglied der Verwertungsgesellschaft sind?  

    Nein – denn jede/jeder Künstlerin/Künstler kann unentgeltlich Mitglied der Verwertungsgesellschaft werden, die dann die Ansprüche für die Künstlerin / den Künstler geltend machen muss.

    Es gibt keinen rational nachvollziehbaren Grund als Künstlerin/Künstler nicht Mitglied einer Verwertungsgesellschaft sein zu wollen.

  • Weniger Chancen für junge/unbekannte Künstler

    Werden wegen der Ausstellungsvergütung junge/unbekannte Künstlerinnen/Künstler weniger Chancen auf Ausstellungen haben?  

    Nein, denn die Ausstellungsvergütung, die Vergütung für die Nutzung des Ausstellungsrechts, ist unabhängig vom Bekanntheitsgrad der/des Künstlerin/Künstlers oder vom Wert der ausgestellten Werke.

  • Werden Künstlerinnen/Künstler enteignet?

    Werden Künstlerinnen/Künstler enteignet, wenn sie ihren Anspruch auf Ausstellungsvergütung nicht persönlich wahrnehmen können?  

    Nein – denn bis zu einer Gesetzesänderung gibt es diesen Rechtsanspruch nicht (und man kann von etwas, was man nicht besitzt, auch nicht enteignet werden)
    und nach der Gesetzesänderung kann jede/jeder Künstlerin/Künstler ihren/seinen Rechtsanspruch gleichermaßen und gleichberechtigt über die Verwertungsgesellschaft geltend machen.

  • Ist die Ausstellungsvergütung Grundgesetzwidrig?

    Nein –
    Einzelheiten lassen sich in der beigefügten pdf-Datei nachlesen.

    Im Gegenteil –
    Das geltende Ausstellungsrecht ist verfassungswiedrig ...

  • Reichen Ausstellungshonorar/-vergütung zum Leben?

    Werden Künstlerinnen/Künstler vom Ausstellungshonorar oder der Ausstellungsvergütung leben können?  

    Nein, das »war und ist eine Illusion und wird eine solche bleiben«, so der Fachgruppenleiter.

    Natürlich ist auch der kleinste Betrag geeignet, die desolate Situation von Künstlerinnen und Künstlern (mit knapp über 1.100 EUR Jahreseinkommen aus künstlerischer Tätigkeit im Durchschnitt) zu verbessern – aber von der Ausstellungsvergütung, vom Ausstellungshonorar leben können? Da braucht man nur die Zahl der professionellen Künstlerinnen und Künstler in Deutschland mit derjenigen der Ausstellungsmöglichkeiten zu vergleichen...