Ausstellungshonorar

A-Honorar/A-Vergütung – Unterschied

A-Honorar/A-Vergütung – Unterschied

Ausstellungsvergütung:
Vergütung der Nutzung des Ausstellungsrechts
  

  • Die Ausstellungsvergütung bezieht sich auf die Nutzung des Ausstellungsrechts.
      
  • Das Ausstellungshonorar bezieht sich auf die Nutzung von Werken, die sich noch im Eigentum der/des Künstlerin/Künstlers befinden, in einer Ausstellung.


Für die Verankerung einer Ausstellungsvergütung im Urheberrechtsgesetz hat der Bundesfachgruppenvorstand Bildende Kunst der ver.di im Oktober 2003 Erwartungen an den Gesetzgeber und an die Verwertungsgesellschaft Bild-Kunst formuliert:

Grundlagen für eine gesetzliche Regelung der Ausstellungsvergütung
Wir erklären uns mit folgenden Grundlagen für die Festschreibung einer Ausstellungsvergütung, d. h. Vergütung der Nutzung des Ausstellungsrechts, im Urheberrechtsgesetz einverstanden:

  • Ausstellungsrecht erweitern
    Die bisher unzulänglich ausgestatteten Rechte der bildenden Künstlerinnen/Künstler werden durch einen gesetzlichen Anspruch auf eine Ausstellungsvergütung erweitert.
  • Ziel der Gesetzesänderung
    Das Ziel der Gesetzesänderung soll sein, die Existenzbedingungen von bildenden Künstlerinnen und Künstlern zu verbessern.
  • Unverzichtbarkeit des Anspruchs
    Auf den Vergütungsanspruch kann von der/dem Künstlerin/Künstler nicht verzichtet werden (der Vergütungsanspruch ist unverzichtbar).
  • Abtretbarkeit - nur an eine Verwertungsgesellschaft
    Der Vergütungsanspruch kann von der/dem Künstlerin/Künstler im Voraus nur an eine Verwertungsgesellschaft abgetreten werden.
  • Geltendmachung - nur durch eine Verwertungsgesellschaft
    Der Vergütungsanspruch aus dem Ausstellungsrecht kann allein durch eine Verwertungsgesellschaft geltend gemacht werden.
  • Ausnahmeregelungen begrenzen
    Ausnahmeregelungen gelten nur für professionelle Verwerter (Kunsthandel).
  • Erträge: Künstlerinnen/Künstler sollen den Nutzen haben
    Die Erträge aus der Ausstellungsvergütung sollen vor allem den ausstellenden Künstlerinnen/Künstlern, nicht einer allgemeinen Kunst- oder Kulturförderung zugute kommen.


Anforderungen an die Verwertungsgesellschaft
Im Zusammenhang mit einer Verankerung der Ausstellungsvergütung im Urheberrechtsgesetz sind insbesondere folgende Fragen gemeinsam mit den anderen Verbänden der Künstlerinnen/Künstler und der Verwertungsgesellschaft Bild-Kunst zu diskutieren:

  • Flächendeckende Gültigkeit sichern
    Die Ausstellungsvergütung wird von der Verwertungsgesellschaft überall (flächendeckend) eingefordert.
  • Stiftung Sozialwerk stärken
    Ein Teil der Ausstellungsvergütung soll genutzt werden, den Sozialfonds der Verwertungsgesellschaft aufzustocken, von dem auch diejenigen Künstlerinnen/Künstler in sozialen Notfällen Unterstützung erhalten, die nicht Mitglied der VG Bild-Kunst sind.
  • Kappungsgrenze für den Vergütungsanspruch einführen
    Wir empfehlen, für die Verteilung der Ausstellungsvergütung eine »Kappungsgrenze« einzuführen; daraus resultierende Erträge kommen Künstlerinnen/Künstlern mit geringen Erträgen aus der Ausstellungsvergütung und dem Sozialfonds der VG Bild-Kunst zugute.
  • Tariffindung
    Bei der Festlegung der Tarife der Verwertungsgesellschaft für die Ausstellungsvergütung wird die Fachgruppe Bildende Kunst gleichermaßen wie die anderen Verbände von Künstlerinnen/Künstlern beteiligt.

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Die Bundesfachgruppenvorsitzende Usa Beer hat für atelier 06/2003 zu dem Thema einen zusammenfassenden Artikel geschrieben, der hier als pdf-Datei eingestellt ist.