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Künstlerinnen und Künstler in der Region

27.02.2016, 10:0070174 Stuttgart, Theodor-Heuss-Straße 2, ver.di Haus C

Künstlerinnen und Künstler in der Region

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Noch nicht lange ist es her, dass insbesondere junge Künstlerinnen und Künstler nach Berlin »mussten«.

Nicht nur die günstigen Mieten, sondern auch die Hoffnung, dort am ehesten ein Umfeld zu finden, das der eigenen Kunst ein überzeugendes Resonanzfeld gibt, ließ viele Kolleginnen und Kollegen nach Berlin ziehen. Nun finden sich dort viele unter vielen. Aber immerhin: in Berlin.

Den in den Regionen zurückgebliebenen Künstlerinnen und Künstler wird oft der Ruf angedichtet, ihre Sache nicht so ernsthaft und schonungslos voranzutreiben, wie die Metropolenkünstler.

»Zurückgeblieben« auch in der Kunst?
»Bezirksliga«?

Welch ein Irrtum. Die weitaus größte Zahl von Künstlerinnen und Künstler lebt verteilt über das ganze Land, zum Teil konzentriert um die Städte herum, in denen es Akademien gibt, aber auch in ländlichen Gefilden. Viele erleben die Charakterisierung »regional« nicht nur defizitär, sondern auch positiv.

Und: Der Trend in die Metropole scheint heute nicht mehr zwingend.

Wir wollen fragen:

  • Welche Haltung steht hinter dieser Beobachtung?
  • Welche Bedeutung haben künstlerische Fragestellungen dabei?
  • Was ist persönlich motiviert?
  • Welche Vorteile und Nachteile sind mit der Verankerung von Künstlerinnen und Künstlern in einer bestimmten Region verbunden?
  • Macht es heute noch einen Unterschied für die (internationale) Vernetzung, ob Künstlerinnen und Künstler auf dem Lande leben oder in der Hauptstadt?
  • Welche Argumente lassen die Charakterisierung »regional« nicht nur defizitär definieren, sondern auch positiv erscheinen?
  • Kann womöglich eine Bewegung beobachtet werden, die an der Erneuerung künstlerischer Aufgabenstellungen aus der Peripherie heraus arbeitet?

Zu unserer Tagung konnten wir zwei Kunstwissenschaftler gewinnen, die aus zwei unterschiedlichen Blickwinkeln das Thema beleuchten werden:

Dr. Uwe Degreif
wird rückblickend Gründe darstellen, die Künstler aus Oberschwaben zu »regionalen« Künstlern haben werden lassen.

Dr. Dietrich Heißenbüttel
wird sich dem Thema aus zeitgenössischer Sicht heraus stellen.

In einem Panel-Gespräch wird Markus Köck Künstlerinnen und Künstlern, die sich als Künstlerinnen und Künstler verstehen, die einer Region verbunden sind, zum Thema befragen und mit ihnen diskutieren.

In Arbeitsgruppen wollen wir am Nachmittag die Meinung der Teilnehmenden erfahren und die Diskussionsergebnisse wieder in‘s Plenum tragen.

Wann | Wo
     27. Februar 2016 | 10:00-16:00 Uhr
     70174 Stuttgart, Theodor-Heuss-Straße 2
     Saal C

Eine Tagung der ver.di-Fachgruppe Bildende Kunst Baden-Württemberg

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Die Einladung mit Ablauf und Informationen zur Teilnahme kann als pdf-Datei hier geladen werden.

Tagung der Fachgruppe Bildende Kunst Baden Württemberg
Foto/Grafik: ver.di

Referenten

Dr. Uwe Degreif
Museum Biberach, geb. 1953 in Wiesloch. Lehre als Raumausstatter. Lehre als Bauzeichner. Studium der Kunstgeschichte und Empirischen Kulturwissenschaft in Tübingen. 1995 Promotion. Freischaffende Tätigkeit für das Deutsche Gartenbaumuseum Erfurt. Seit 1997 wissenschaftlicher Mitarbeiter im Museum Biberach. Gewerkschaftsmitglied seit 1974.

Dr. Dietrich Heißenbüttel
art writings, geb. 1956 in Hamburg, aufgewachsen in Stuttgart. Schreinerlehre. Studium der Kunstgeschichte und Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft in Stuttgart. Promotion 2000 in Halle/Saale. Stipendien der Bibliotheca Hertziana, Rom und der Akademie Schloss Solitude, Stuttgart. Seither freiberuflich vorwiegend als Journalist tätig. Lehrbeauftragter der Universität Stuttgart. Herausgeber und Ko-Autor des Buchs Kunst in Stuttgart. Institutionen, Persönlichkeiten, Tendenzen, Stuttgart 2013. www.artwritings.de

Markus Köck
Landesvorsitzender der Fachgruppe Bildende Kunst in ver.di