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FLUCHT WEGE

16.09.2016 – 21.10.201610965 Berlin, Dudenstraße 10, MedienGalerie

FLUCHT WEGE

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Ausstellung der Fachgruppe Bildende Kunst, ver.di Berlin-Brandenburg
16. September bis 21. Oktober 2016

Einladung zur Ausstellung | ver.di Fachgruppe Bildende Kunst Berlin/Brandenburg Wolfgang Lücke FLUCHT WEGE  – Roland Paris, »Charons Boote im Mittelmeer«


Ausstellende Künstler

Annette Albrecht, Jörg Bürkle, Andreas Haltermann, Klaus Hochhaus, Andreas A. Jähnig, Karoline Koeppel, Gotthard Krupp, Silvia Mack, Ronald Paris, Gertraude Pohl, Gerdi Sternberg, Barbara Salome Trost, Barbara Willems

 

Zur Ausstellungseröffnung
am Donnerstag, dem 15. September, um 18 Uhr laden wir Sie und Ihre Freunde herzlich ein.

Begrüßung 
Andreas Köhn 
Landesfachbereichsleiter Medien, Kunst und Industrie ver.di Berlin-Brandenburg 

Eröffnung 
Andreas A. Jähnig 
Bildhauer, Vorsitzender der Fachgruppe Bildende Kunst, ver.di Berlin-Brandenburg 

Einführung 
Barbara Salome Trost 
Malerin 

Musik 
Lutz Fußangel 
Saxophon, Fachgruppe Musik in der ver.di

Öffnungszeiten
montags und freitags: 14:00-16:00 Uhr
dienstags: 17:00-19:00 Uhr
donnerstags: 14:00-19:00 Uhr
und nach Vereinbarung

MedienGalerie Berlin
ver.di Berlin-Brandenburg
Fachbereich Medien, Kunst und Industrie
10965 Berlin, Dudenstraße 10
U-Bhf Platz der Luftbrücke, Bus 104 www.mediengalerie.org
Tel.: 030 - 8866 5402

  • Flucht als Thema in der Kunst

    Vorsitzender der Fachgruppe Bildende Kunst Berlin/Brandenburg ver.di Andreas A. Jähnig

    Andreas A. Jähnig, Vorsitzender der Fachgruppe Bildende Kunst Berlin-Brandenburg, zur aktuellen Ausstellung in der MedienGalerie

    Die Fachgruppe Bildende Kunst bestreitet die ab 15. September 2016 laufende Ausstellung in der MedienGalerie. Die jährlichen Ausstellungen haben ein selbstgewähltes Thema, diesmal »Flucht – Wege«. Wie kam es dazu?
    ANDREAS A. JÄHNIG: Der Vorstand diskutiert über mögliche Themen. Diesmal einigten wir uns auf »Flucht – Wege«, weil wir damit nicht nur die aktuelle Thematik der Kriegs- und Wirtschaftsflüchtlinge aufgreifen, sondern auch die Fluchtwege von Menschen in anderen Notsituationen untersuchen können.

    Flucht ist ein hochaktuelles Thema. Soll Kunst hier die öffentliche Diskussion unterstützen?
    JÄHNIG: Das wäre zu einfach gedacht. Flucht ist wegen problembeladener Vorgänge ein vordergründig wahrgenommenes Ereignis, das unterschiedlich aufgefasst wird. Denn unser Leben in einer Fassadengesellschaft ist stark medienmanipuliert, orientiert an Schlagworten, zurzeit Syrien, Türkei, IS... Damit sind längerfristige Erscheinungen, wie die täglich vielen Hungertoten, verdeckt. Ich habe mich schon vor Jahren in meiner bildhauerischen Arbeit mit dem Problem beschäftigt. An den EU-Außengrenzen starben damals sehr viel mehr Menschen als an der innerdeutschen Grenze vor 1989 – geschätzt 20.000 im Jahr 2006. Das hat die Öffentlichkeit aber weniger interessiert, weil es kein Medienthema war. Ich hoffe es gelingt uns, Fluchtwege anders zu beleuchten. Wovor fliehen Menschen? Nicht nur vor Verfolgung, Krieg und Terror. Es könnte auch um Fluchtwege gehen, die das alltägliche Leben den Menschen abnötigt. Im extremen Fall ist jede Selbsttötung die Flucht vor einer unlösbar erscheinenden Schwierigkeit. Es gibt in Deutschland fast doppelt so viele Selbstmordtote wie Verkehrstote, nur wird darüber unterschiedlich breit berichtet.

    Flucht vor alltäglichen Problemen?
    JÄHNIG: Im Grunde ist die Anpassung an entfremdete Arbeit und Lebensweise eine Art von Flucht. Menschen sind in allen Bereichen gehalten, ja gezwungen sich anzupassen, und zwar oft anders, als es ihnen gemäß wäre. Sei es gegenüber dem Arbeitgeber, dem Jobcenter oder Vermieter… Immer dort, wo sie als Schwächere dastehen. Diese alltäglichen Probleme werden öffentlich freilich nicht als Flucht betrachtet. Aber es wäre wichtig, darüber tiefer nachzudenken. Zum Beispiel über die Flucht in Alkohol und Süchte. Dort, wo Menschen der Auseinandersetzung bewusst ausweichen oder auf Grund ihrer schwachen Position ausweichen müssen, suchen sie stattdessen nach Fluchtwegen.

    Wie kann das künstlerisch umgesetzt werden?
    JÄHNIG: Umsetzung wäre der falsche Ausdruck. Es geht um Wissenszuwachs, um andere Blickwinkel und neue Einsichten. Unangepasste Künstler stehen im Leben, tragen die auf sie einstürzenden Fragen mit sich herum. In gewisser Weise werden diese erforscht und gehen indirekt in die Arbeiten ein, finden unterschiedlichen Ausdruck und Form.

    Wie wurde für die Ausstellung ausgewählt?
    JÄHNIG:: Eine Jury hat die Arbeiten unter dem Gesichtspunkt ausgesucht, dass sich durch die Wirkung aufeinander ein neuer Zusammenhang herstellen lässt. Im Idealfall entsteht beim Aufbau und der Hängung in der Galerie eine Ausstellung, die in ihrer Gesamterscheinung selbst ein Kunstwerk geworden ist.

    Das Interview führte Annemarie Görne
    aus: SPRACHROHR 3/2016, Seite 3

 

Die Einladung
zur Ausstellung und Ausstellungseröffnung kann als pdf-Datei hier geladen werden.

 

 

 

 

Presseinformation
vom 6. September 2016
zur Ausstellung

LINK zum Sprachrohr 3/2016